Große Ettersbergrunde

Schloss Ettersburg – Hottelstedt – Ottstedt a.B. – Niederzimmern – Hopfgarten – Tröbsdorf – Weimar – Schöndorf – Ettersburg

Die hügelige Runde führt von Schloss Ettersburg aus über 34 Kilometer in einer Schleife westlich um den Ettersberg herum. Dabei fahren wir durch kleine Dörfer, kommen an der Talsperre Hopfgarten vorbei und rasten in einem Biergarten vor den Toren der Klassikerstadt Weimar. In Weimar selbst machen wir einen Abstecher auf den Markt, kommen an historischen Bauten vorbei und nehmen dann wieder Kurs in Richtung Norden. Beständig geht es den Ettersberg hinauf, bevor wir an der Blutstraße den höchsten Punkt der Strecke erreichen und nach einer Abfahrt auf einem geschotterten Waldweg wieder am Ausgangspunkt der Strecke ankommen.

Abschnitt 1: Schloss Ettersburg - Hopfgarten

Schloss Ettersburg ist ein schöner Ausgangspunkt für Radrunden in das Weimarer Land. Wir beschließen, heute den Westen des Ettersberges zu erkunden und dann über Weimar wieder zurückzukehren.

Zunächst fahren wir in Richtung Hottelstedt die Landstraße entlang. Es rollt, der Verkehr ist nicht allzu stark. Am Ortseingang biegen wir rechts ab und folgen an der Gabelung dem linken Weg in Richtung Ottstedt a.B., lassen die Kirche links liegen und sehen uns unvermittelt einem kleinen Berg gegenüber. Gut 600 Meter geht es bergan, der Steigungsmesser zeigt 6 bis 8 Prozent an und selbst die Jüngeren unter uns kommen ein wenig ins Keuchen. Doch oben werden wir mit einem herrlichen Rundblick über hügelige Landschaft belohnt. Wir sehen halb rechts in der Ferne das Vieselbacher Gewerbegebiet und können geradeaus weit ins Land sehen – am Horizont ahnen wir den Verlauf der Autobahn A4. Wenige Meter später freuen wir uns, dass wir die Tour in dieser Richtung gefahren sind: Ein Schild warnt vor einem 16-Prozent-Gefälle und wir sausen in atemberaubenden Tempo über drei Kilometer hinab ins Tal. Nicht auszudenken, wenn wir das hätten bergauf strampeln müssen.

Auf einer mit Mohn durchsetzten Wiese am Westhang des Hüttenberges legen wir eine kleine Rast ein und genießen die Natur. Unmittelbar vor Ottstedt folgen wir dem Radwegweiser nach links ins Oberdorf, rollen dort erlaubterweise entgegen der Fahrtrichtung durch eine Einbahnstraße, folgen dem Weg nach rechts und stoßen an der Straße am Plan auf die Feuerwehr, wo wir erneut rechts abbiegen. Am Ortsende biegen wir links auf die Straße nach Niederzimmern ab. Wieder geht es ein Stück steil bergab.

In Niederzimmern finden wir rasch den Hauptwegweiser der »Thüringer Städtekette« und wissen, dass wir richtig sind. Doch in welche Richtung geht es weiter. Die jungen Leute streiten – ich spreche ein Machtwort und wir fahren nach links in Richtung Hopfgarten und Weimar. Dann müssen wir noch mal auf der Hut sein, denn der Wegweiser, der uns direkt vor dem Sportplatz nach rechts schickt, ist leicht zu übersehen. Wir geraten in ein hübsches kleines Wäldchen und freuen uns über den Schatten. Heraus aus dem Wald geht es nach links auf einer Kreisstraße weiter. Da sehen wir auch schon linker Hand den Stausee Hopfgarten liegen, in dem das Flüsschen Gramme angestaut wird.

Die Talsperre Hopfgarten ist ein landwirtschaftlicher Speicher zur Bewässerung der hier intensiv genutzten Felder. Das eigentliche Absperrbauwerk ist 368 Meter lang und besteht aus einem 15 Meter hohen Erdwall. Die Wasserfläche beträgt 22 Hektar. Der Stausee wird als Pachtgewässer für Angler genutzt, die sich über Aaale und Barsche, Karpfen, Hechte, Rotaugen und Zander freuen. Gastkarten gibt es in Ruby’s Anglertreff in der Erfurter Eugen-Richter-Straße.

Abschnitt 2: Hopfgarten - Tröbsdorf - Weimar

Ein Schild an der Schranke belehrt uns, dass man ohne gültige Angelkarte den Uferbereich nicht befahren darf – gegen ein Picknick auf der schönen Wiese wird sicher niemand etwas einzuwenden haben, wenn wir uns ordentlich benehmen.

Auf der wenig befahrenen Landstraße rollen wir nun in Richtung Südosten. Die Tour führt an der schön gelegenen Wassermühle vorbei. Wenig später treffen wir in Hopfgarten ein. Wir besichtigen die Kirche St. Vitus mit ihrem gewaltigen Wehrturm. Die geplante Rast indes müssen wir verschieben – die Traditionsgaststätte »Zur Weintraube« öffnet Mittwoch bis Samstag erst ab 17.30 Uhr, an den anderen Tagen bleibt sie geschlossen. Wir verputzen eine Banane und machen uns so gestärkt an die Weiterfahrt.

Wir verlassen Hopfgarten, unterqueren die Bahn und müssen scharf links abbiegen – wieder so eine gemeine Steigung, auch wenn sie nicht lang ist. Dann rollt es wie von allein. Auf dem hier gut asphaltierten Stück der »Thüringer Städtekette« geht es schnurgerade in Richtung Osten weiter. Nach etwa drei Kilometern kommen wir an einer überdachten Rastmöglichkeit vorbei, die wir aber ignorieren – uns knurrt der Magen und wir suchen ein Ausflugslokal an der Strecke.

Bald werden wir auch fündig: Direkt an einer Kreuzung in Tröbsdorf befindet sich der »Birkenhof«. Ein Fahrradständer vor der Tür, ein lauschiger Biergarten mit viel Schatten, ein passendes Speisen- und Getränkeangebot … was will man mehr? Und wenige Meter weiter, ebenfalls direkt an der Strecke, lieg die Gaststätte Tröbsdorf, die gleichfalls zur Rast einlädt.

An der Kreuzung des Radweges mit der Bundesstraße 7 gibt es schon anhand des Verkehrsaufkommens keinen Zweifel mehr: Wir sind in der Stadt Weimar gelandet. Die Schwanseestraße geht es geradeaus durch, bis wir auf den Goetheplatz kommen. Die Einheimischen sind sich einig: Hier gibt es die beste Bratwurst der Stadt. Fast schade, dass wir gerade schon gegessen haben. Unser Weg führt uns von hier direkt in Richtung Norden zum Bahnhof von Weimar. Indes leisten wir uns noch einen Abstecher, erkunden den Markt, wo wir ein ausgezeichnetes Eis lecken und uns in der Tourist-Information mit Material zu Radwegen eindecken. Wir rollen an der Musikschule, an der Anna-Amalia-Bibliothek und am Schloss vorbei, und müssen uns schließlich entscheiden: Ein Besuch der Stätten der Klassik oder weiter auf der Radrunde.

Abschnitt 3: Weimar Nord - Schloss Ettersburg

Wir entschließen uns zu Letzterem, radeln wieder zum Goetheplatz und von da zum Bahnhof. Wochentags im Berufsverkehr muss man hier sicher höllisch aufpassen.
Links neben dem Bahnhofsgebäude führt uns ein Tunnel nach Weimar-Nord. Straff in Richtung Norden geht es auch. Und es geht beständig bergauf – man merkt, dass man sich wieder dem Ettersberg nähert. Nachdem wir die Rießnerstraße gequert haben, geht es weiter geradeaus, bevor wir nach rechts auf die Nordstraße abbiegen. Kurz vor der Bundesstraße dann fahren wir nach links und treffen auf einen Radweg, dem wir bis zum Kreisverkehr von Schöndorf folgen.

Hier nun geht es rechts weg. Neben der Bundesstraße 85 verläuft ein Radweg und – wir haben es schon befürchtet – es geht wieder stramm bergauf, rund anderthalb Kilometer mit 5 bis 8 Prozent Steigung. Dann sind wir aus dem Ort heraus und ein Wegweiser schickt uns in östliche Richtung durch die Prinzenschneise im Ettersberger Forst. Zwei der Jungs sind schon vorgefahren und warten auf den Stapeln aus geschlagenen Baumstämmen auf die Nachzügler vom Berg. Gemeinsam geht es dann die Schneise entlang, am Obelisken vorbei und ein Stück die Blutstraße entlang, bevor wir wieder nach rechts in den Wald eintauchen und in einer langen Abfahrt auf einem geschotterten Waldweg in Richtung Ettersburg zurückfahren.

Im Ort muss man noch ein wenig aufpassen, doch es führen verschiedene Wege zum Schloss, wo wir leicht verschwitzt, aber glücklich nach gut 34 Kilometern wieder auf unseren Ausgangspunkt treffen.

Quelle: Weimarer Land Tourismus | Autor: Klaus Jäger | Fotos: Uwe Germar

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